Trainings- und Ernährungsintervention durch „Buddies“ bei älteren und hochbetagten Personen mit Malnutrition und Frailty im extramuralen Bereich

Hintergrund: Gebrechlichkeit/Frailty ist ein Syndrom, das aus Schwund von Muskelkraft und Muskelmasse, Mangelernährung und chronischer Entzündung besteht, zu Folgen wie Stürzen, sozialen Rückzug, Pflegebedürftigkeit und vorzeitigem Tod führt, und vor allem bei älteren Personen sehr verbreitet ist. Studien zeigen, dass durch Interventionen, die meist von professionellem Gesundheitspersonal durchgeführt wurden und meist in Pflegeeinrichtungen stattfanden, dem entgegengewirkt werden kann.

 

Ziele: Ziel dieser Studie war es ein Gesundheitsförderungsprojekt durchzuführen und zu evaluieren, bei dem der Gebrechlichkeit mit einer Intervention mit Muskeltraining, Ernährungsoptimierung und sozialer Unterstützung entgegengewirkt wurde. Die Neuheiten bestand darin, dass (1) die Intervention von ehrenamtlichen älteren, robusten Laien („Buddies“), (2) bei noch zu Hause lebenden gebrechlichen Personen durchgeführt wurde.

 

Projektbeschreibung: Das Projekt war als randomisierte kontrollierte Studie konzipiert mit einer Interventionsgruppe mit Trainings- und Ernährungsintervention und sozialer Unterstützung (TE) und einer aktiven Kontrollgruppe mit nur sozialer Unterstützung (SU). 80 zu Hause lebende gebrechliche Personen (≥65 Jahre) sowie 84 Buddies (≥50 Jahre) konnten für die Studie gewonnen werden. Je eine gebrechliche Person wurden mit einem Buddies, basierend auf Wohnregion, zusammengeführt und gemeinsam per Zufall der TE oder SU Gruppe zugeteilt. Diese Buddies wurden von einem interdisziplinären Team an vier Abenden geschult. Die Buddies der TE Gruppe führten für 24 Wochen zweimal wöchentlich ein standardisiertes Krafttrainingsprogramm, bestehend aus sechs Übungen durch und thematisierten ernährungsrelevante Aspekte (energie- bzw. eiweißreiche Ernährung und Trinken). Die Buddies der SU Gruppe führten in den ersten 12 Wochen ebenfalls zweimal wöchentlich Hausbesuche durch aber ohne Intervention. In den darauffolgenden 12 Wochen folgte die SU-Gruppe ebenfalls dem Programm der TE-Gruppe. Gebrechliche Personen und Buddies wurden zu Beginn, nach 12 Wochen und nach 24 Wochen ausgiebig untersucht (Fragebögen, Kraft- und Fitnessmessungen, Laboruntersuchungen).

 

Ergebnisse: Die TE Gruppe konnte die Handkraft in den ersten 12 Wochen um 21,6 % erhöhen, die SU Gruppe nicht. Weiters stieg die Mobilität beider Gruppen, mehr jedoch in der TE Gruppe. Die Prävalenz von Gebrechlichkeit konnte in der TE Gruppe um 17 %, in der SU Gruppe um 16 % signifikant reduziert werden. Die Prävalenz der Mangelernährung sank in der TE Gruppe um 25 % in der SU Gruppe um 23 %. Außerdem reduzierte sich die Sturzangst in der TE Gruppe (in der SU Gruppe stieg sie leicht an) und die Lebensqualität stieg in der TE Gruppe deutlich mehr als in der SU Gruppe. Die Laborparameter der chronischen Entzündung blieben in der TE Gruppe stabil, während sie sich in der SU Gruppe erhöhten. Bei den Buddies kam es zu signifikanten Verbesserung in der Handkraft um 7 % und der Beinkraft um 12 %. Die Ergebnisse der Studie wurden bisher in 9 wissenschaftlichen Artikeln publiziert, weitere befinden sich im Publikationsprozess.

Beginn
Ende
Finanzierung/Auftraggeber
Wiener Wissenschafts- Forschungs- und Technologiefonds (Projektnummer: LS12-039)
Projektpartner

Das Projekt wurde von der MedUni Wien durchgeführt. Wichtige Kooperationspartner waren das Wiener Hilfswerk, sowie die Sportunion Österreich. Des Weiteren ergaben sich im Laufe des Projektes Kooperationen mit „Physio Austria“, sowie dem Dachverband der DiätologInnen Österreichs.