Forschungsnetzwerk für Gesundheit, Alterung und Ruhestand in Europa (SHARE Österreich)

Die Alterung der Gesellschaft sowie die starke Belastung unserer Gesundheits- und Sozialsysteme stellen die Gesellschaft des 21. Jahrhunderts vor besondere Herausforderungen. Eines der Ziele von SHARE ist daher Strategien für eine erfolgreiche Zukunft Österreichs und Europas zu entwickeln und zu bewerten, und somit den hohen Standard im Gesundheits- und Sozialsystem aufrechterhalten und weiter verbessern zu können.

SHARE schafft die notwendige Datenbasis um individuelle und gesellschaftliche Alterungsprozesse und sozialpolitische Maßnahmen besser verstehen zu lernen. Das Projekt dient als Stütze bei der Gestaltung von Reformen im Gesundheits- und Pensionssystem, bei der Implementierung der Lissabon-Agenda, sowie in vielen anderen Bereichen.

Einige sozialpolitische Maßnahmen haben direkte Auswirkungen auf Gesundheit und Beschäftigung. Frühpensionierungen, als Beispiel, sind oft direkt vom Pensionssystem, sowie von der Invaliditäts- und Arbeitslosenversicherung abhängig. Gesundheit wird vom Gesundheitssystem beeinflusst.

Langfristig angelegte sozialpolitische Interventionen – wie Bildungsmaßnahmen, Krankheitsprävention und arbeitsrechtliche Vorschriften – verursachen oft komplexe Wirkungen auf Gesundheit und Beschäftigung. So mag Krankheitsprävention nicht nur die Gesundheit verbessern, sondern auch die Beschäftigungsquote im fortgeschrittenen Alter erhöhen. Hohe Standards am Arbeitsplatz reduzieren nicht nur die Zahl an Frühpensionierungen, sie wirken sich auch direkt und positiv auf die mentale und physische Gesundheit der Betroffenen aus.

Finanzierung/Auftraggeber
SHARE
Projektpartner

Das internationale Forschungsnetzwerk SHARE wurde 2002 gegründet und von der EU 2006 in die „European Roadmap for Research Infrastructures“ (ESFRI) aufgenommen. Seit März 2011 ist SHARE das erste Forschungsprojekt in der von der EU neu geschaffenen Rechtsform eines europäischen Infrastrukturkonsortiums (ERIC).

SHARE wird vom Munich Center for the Economics of Aging (MEA), Max-Planck-Institut für Sozialrecht und Sozialpolitik zentral koordiniert. Weitere wichtige zentrale Datendienste befinden sich in Italien und den Niederlanden.

Im Rahmen von SHARE werden gegenwärtig in 19 europäischen Ländern und Israel mehr als 85.000 Personen über 50 zu ihrer Lebenssituation befragt und untersucht. Daten über die Gesundheit, Informationen aus den Bereichen Psychologie, Ökonomie und dem sozialen Umfeld werden in professionellen Interviews gesammelt. Eigens ausgebildete Interviewer führen die persönlichen vor-Ort Befragungen und Untersuchungen alle 2 Jahre durch. Untersucht werden immer die gleichen Individuen, da speziell individuelle Veränderungsprozesse von Bedeutung sind.