24-Stunden-Betreuung in Niederösterreich (24-hour Care Work in Lower Austria)

Die 24-Stunden-Betreuung im Sinne des österreichischen Hausbetreuungsgesetzes (HBeG) umfasst Tätigkeiten für die zu betreuende Person, die in der Hilfestellung bei der Haushaltsführung und bei der Lebensführung bestehen.
In diesem Forschungsprojekt wurden folgende Forschungsfragen behandelt: Welchen Stellenwert hat die 24-Stunden-Betreuung im Zusammenspiel mit anderen Pflegeformen? Führt die 24-Stunden-Betreuung zu einer Reduktion der zu betreuenden Personen in der stationären Pflege? Wie lässt sich das mögliche Zusammenspiel erklären? Welche Rolle haben die verschiedenen Akteure (Betreuende/Betreute Person, Vermittlungsagentur/Träger, Angehörige, Ärzte) in dieser Pflegeform?
Methodisch wurden die Fragestellungen einerseits anhand von Registerdaten und andererseits über qualitative Interviews bearbeitet.
Ergebnisse der Studie:
Es besteht ein statistischer Zusammenhang zwischen der 24-Stunden-Betreuung und der stationären Langzeitpflege, wobei nach Bezirken erhebliche Unterschiede gegeben sind. Die qualitative Erhebung belegt für diese Pflegeform, dass diese eine Lücke schließt zwischen mobilen Diensten und stationärer Pflege, und zwar insofern, als die Ganztagesbetreuung einen längeren Verbleib in der eigenen Wohnung ermöglicht. Gleichzeitig werden die pflegenden Angehörigen entlastet, die zumeist die Entscheidung für diese Pflegeform treffen. Erwartet werden von den Betreuungspersonen Haushaltsleistungen, gute Deutschkenntnisse, Empathie, Anpassung an die die häusliche/familiäre Situation, Vertrauenswürdigkeit. Problematisiert werden von den betreuten Personen die Vermittlungsagenturen, wenn diese keine geeignete Auswahl der Personenbetreuung vornehmen, zu wenig Information geben, schlecht erreichbar sind und über kein entsprechendes Krisenmanagement verfügen.

Beginn
Ende
Finanzierung/Auftraggeber
Amt der NÖ Landesregierung